“So sollen sie doch (Himbeerstreusel)kuchen essen!”

Als Germanistin ist man sich ja der Bedeutsamkeit von ersten Sätzen bewusst und so borge ich mir einen irrtümlich einer berühmten Österreicherin zugeschriebenen Satz aus, um meinen Blog zu eröffnen:

“So sollen sie doch Kuchen essen!”

- aus dem historischen Kontext gerissen kann ich diesem Satz nämlich absolut zustimmen, weil Kuchenessen zu den Dingen gehört, die das Leben schlicht und einfach schöner machen. Für mich gehört aber nicht nur das Essen zu den schönen Dingen, sondern auch schon oder gerade das Backen von süßen Sachen. Deswegen dieser Blog – um meine Leidenschaft mit euch zu teilen und hoffentlich möglichst viele von euch mit meiner Passion anzustecken oder routinierte Bäcker und Bäckerinnen unter euch auf neue Ideen zu bringen oder an Klassiker aus der Mehlspeisküche zu erinnern. Denn frei nach Gusteau aus Disneys Ratatouille behaupte ich

“Anyone can bake” – “Jeder kann backen”

Aber jetzt zum Kuchen. Ich liebe Streuselkuchen – besonders gerne den Apfelstreuselkuchen nach dem Rezept der Hummingbird bakery aus London, aber den mache ich wieder, wenn anderes Obst bei uns nicht mehr Saison hat. Aber jetzt ist gerade Himbeerzeit und ich liebe Himbeeren, am liebsten direkt vom Strauch gepflückt aus Mamas Garten. Und so habe ich heute eine Schüssel Himbeeren gepflückt, den Hühnern ihre frischgelegten Eier entrissen und Himbeerstreuselkuchen nach dem Rezept aus einem Bäuerinnenmehlspeiskochbuch gebacken. Es ist ein supereinfaches und schnelles Rezept und allein das Gefühl die Streusel über dem Kuchen zu zerbröseln rechtfertigt die Mühe ihn selbst zu machen.

 

Ihr braucht für ein Blech:

Für den Teig:

180g weiche Butter

200g Kristallzucker

1 Pkg. Vanillezucker

3 Eier

330g glattes Mehl

1/2 Pkg. Backpulver

Ca. 1/8l Milch (ich habe etwas mehr genommen)

 

Für die Streusel:

120g Mehl

80g Staubzucker

1 Pkg. Vanillezucker

Zimt nach Geschmack

100g zerlassene Butter

Obst je nach Saison oder Geschmack (bei mir waren es ca. 400g Himbeeren)

 

Wie wird daraus ein Himbeerstreuselkuchen?

Weil ich faul bin und mir das Abwaschen der Quirl sparen will, schlage ich, wenn das Rezept Eischnee enthält, diesen immer zuerst und verwende die Quirl dann weiter, um die restliche Masse zuzubereiten. Deswegen zuerst die Eier trennen und aus den 3 Eiklar steifen Schnee schlagen. In einer separaten Schüssel dann die weiche Butter mit Zucker und Vanillezucker schaumig rühren. Dotter nach und nach einrühren und weiterrühren. Mehl abwechselnd mit der Milch unterrühren und zum Schluss vorsichtig den Eischnee unterheben (am besten ohne Mixer mit einem Teigspatel). Die Masse auf ein befettetes und bemehltes Backblech (30x40cm) streichen (von meiner Mama abgeschaut fette ich immer mit einem Stück Thea oder Butter, das ich mit Küchenrolle umgreife, damit die Butter nicht schmilzt – Reste kommen dann einfach zurück in die Butterdose) und mit dem Obst belegen. Dann für die Streusel alle Zutaten verrühren/verkneten und mit großem Genuss über dem Obst zerreiben, damit schöne Streuselinseln entstehen.

Bei ca. 180 Grad (Ober-/Unterhitze oder Heißluft) ca. 40 Minuten backen (Stäbchenprobe machen!)

Wenn der Kuchen nicht gleich aufgegessen wird, sollte man ihn wegen dem Obstbelag im Kühlschrank lagern.

Der Literaturtipp zum Rezept: Julia Frank – Streuselschnecke  - eine Kurzgeschichte mit Streuselschnecken als Trostspender und einem überraschenden Schlusssatz.

 

Apropos Schlusssatz -

Viel Spaß beim Nachbacken und alles Liebe,

eure Melanie

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